Der Traum vom Schreiben war immer da. Bücher faszinierten mich schon als Kind, die Welten, die allein durch Buchstaben auf Papier in den Köpfen der Leser entstehen. Der Schritt, selbst zu schreiben, war klein. Wie viele andere Schriftstellerinnen kritzelte ich in Notizbücher, las mich während der Schulzeit quer durch die städtische Bibliothek, schrieb Gedichte und Tagebuch. Später studierte ich Literaturwissenschaften, arbeitete als Redakteurin und Journalistin. Ich lernte so, dass überzeugende Texte nicht nur Talent erfordern – sondern auch sehr viel handwerkliches Können und jede Menge Disziplin.
Was mir wichtig ist
Viele Themen, um die es heute in meinen Romanen geht, beschäftigen mich schon lange. Im Mittelpunkt meiner Reportagen und Porträts standen immer Menschen: Männer und Frauen mit ihren oft sehr verschiedenen Lebenswirklichkeiten. Ihre Beziehungen zueinander, ihre Hoffnungen, auch ihr Scheitern. Immer wieder habe ich als Journalistin auch über so genannte Minderheiten und über die Schattenseiten des Lebens berichtet: Gewalt, Unterdrückung, Diskriminierung, die Zerstörung der Umwelt. All dies sind Themen, die heute in meinen Kriminalromanen der perfekte Nährboden für Konflikte und Verbrechen sind. Auch einige Erfahrungen, die ich als Reisereporterin in Nordskandinavien, Russland und Kanada machte, fließen mit ein.
Ich empfinde es als Glück, mich als Schriftstellerin tief in fremde Welten und Köpfe zu begeben, Geschichten und Figuren zu erfinden, die andere Menschen fesseln und berühren. Die literarische Welt, die ich erschaffe, ist ein Produkt meiner Fantasie. Zugleich ist sie aber mit der Wirklichkeit verbunden – der Gegenwart, in der ich lebe, mit all ihren Facetten. Ich möchte hinter Fassaden blicken, Brüche, Abgründe und Sehnsüchte offen legen. Meine Figuren jenseits von Klischees mit Konflikten und Hindernissen konfrontieren und daran wachsen oder scheitern lassen. Dazu eignet sich die Kriminalliteratur hervorragend. Denn was könnte die scheinbare Idylle eines Lebens nachhaltiger erschüttern als Gewalt und Mord?

