Notizbuch Eintrag 14. Juli 2008
Schuld
Seit zwei Wochen vertiefe ich mich in die Entwicklung des vierten Judith-Krieger-Romans. Schuld wird das Grundthema sein. Die verschiedenen Facetten von Schuld, Vergebung, Rache und Reue. Ein urmenschliches Thema, mit dem – auf die eine oder andere Weise – jeder zu tun hat und das Personal eines Kriminalromans natürlich umso mehr. Kann man unschuldig schuldig werden, womöglich sogar töten? Ist es möglich, scheinbar Unverzeihliches zu vergeben? Führt Nicht-Verzeihen automatisch zu Rache? Ich mag es sehr gern, wenn es in einem Kriminalroman nicht nur um die Jagd nach einem Täter, sondern darüber hinaus um solche Fragen geht.
Aber natürlich reicht so eine Grundidee allein nicht aus, um den Kosmos eines Romans zu schaffen. Sie ist nur der Anfang, soll im Buch eher unaufdringlich mitschwingen, sich beim Lesen nach und nach erschließen. Da sitze ich also und schiebe Ideen und neue Figuren hin und her – in meinem Kopf, im Notizbuch und bei ersten Skizzen am Computer. Habe ich mich verrannt oder wird meine Grundidee tragen? Wenn ich von der Entwicklung meiner Hauptfigur Judith Krieger ausgehe, scheint alles zu passen. Dann ist die Beschäftigung mit dem Thema Schuld die geradezu zwingend logische Konsequenz aus dem Ende von NACHT OHNE SCHATTEN.
