„Schlafende Schwäne gleiten über das Wasser wie Träume. Sie hält inne, sieht ihnen zu.“

NACHT OHNE SCHATTEN

Notizbuch Eintrag 28. November 2008

Kolleginnen

Vor ein paar Tagen habe ich mit meiner Kollegin Mila Lippke („Der Puppensammler“) im Kino den neuen Film von Caroline Link angeschaut: „Im Winter ein Jahr“. Ein sehr kluger Film über die Trauer nach dem Tod eines geliebten Menschen. Was ja durchaus ein Thema ist, das auch uns Krimiautorinnen beschäftigt und worüber wir deshalb immer wieder sprechen.

Wie es denn so sei, mit den Kolleginnen, werde ich am Rande von Lesungen häufig gefragt. Gebe es da nicht viel Konkurrenz? Die gibt es natürlich immer mal wieder, sie gehört einfach zum Berufsleben und hat ja auch durchaus positive Seiten. Schließlich fordert Konkurrenz ja auch dazu heraus, sich selbst immer noch zu verbessern ...

Für mich sind einige meiner Kolleginnen aber aus einem ganz anderen Grund unentbehrlich. Mila und ich sind Teil eines Mini-Netzwerks. In regelmäßigen Abständen treffen wir uns zu opulenten Abendessen mit drei weiteren Kölner Kolleginnen, längst sind wir inzwischen Freundinnen geworden. Diese Abende sind immer sehr wein- und redselig - und sehr, sehr lustig. Außerdem sind sie für unsere Arbeit äußerst fruchtbar. Wir diskutieren über neue Bücher und literarischen Stil, über eigene Buchideen und Figuren und über den Verlagsalltag. Wir lesen und redigieren auch hin und wieder gegenseitig unsere Manuskripte. Nach jedem Treffen verschwinden wir dann wieder für etliche Wochen in unsere zuweilen recht einsamen Schreiballtage (vgl. Notizbuch-Eintrag 7. November). Doch immer sind wir nach unseren Treffen gestärkt und inspiriert.

Außerdem sind wir alle noch Teil eines größeren Netzwerks: den Mörderischen Schwestern. Über 300 Kolleginnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind darin mit uns verbunden. Es gibt Jahrestreffen und Stammtische. Beste Gelegenheit also für konstruktive Fachsimpelei. Und eine große Chance über den eigenen Tellerrand zu blicken.