Notizbuch Eintrag 01. April 2010
Ehrenkommissarin
Lesen Polizeibeamte Kriminalromane? Eher nicht, dachte ich, bevor ich mit dem Krimischreiben begann. Schließlich mangelt es der Polizei ja nicht an realen Verbrechen, die aufgeklärt werden müssen. Inzwischen weiß ich: Es gibt trotzdem etliche KommissarInnen, die Krimifans sind. Und natürlich ist deren fachkundiges Urteil über die fiktiven Fälle, die ich meinem Ermittlerteam Judith Krieger und Manni Korzilius auf den Leib schreibe, für mich als Autorin besonders spannend.
Nun habe ich eine hochoffizielle Auszeichnung für meine Darstellung der Polizeiarbeit erhalten: Die Bonner Polizei hat mich zur Ehrenkommissarin ernannt. Weil ich in meinen Kriminalromanen den Polizeialltag sehr realitätsnah schildere, hieß es in der Begründung. Und – was mich ganz besonders freut – weil es mir gelinge, das Seelenleben von KommissarInnen authentisch darzustellen.
Zur Ehrenkommissarin ernannt wurde ich am 24. März zum Abschluss meiner Lesung im Polizeipräsidium Bonn. „Sie haben hier viele Fans, auch in der Polizei“, hatte Kommissar Frank Piontek, der Organisator der Lesung, vorab gesag. Und tatsächlich, das war nicht zu viel versprochen: Eine Lesung der Superlative war das, mit weit über 200 Besuchern, perfekter Bühnentechnik und Moderation und Jazz-Musik vom Landespolizeiorchester.
„Diese Auszeichnung ist rar, die bekommt nicht jeder“, verriet mir der Leiter der Bonner Mordkommission, Joachim Grünkemeyer, als er mir die vom Polizeipräsidenten persönlich unterschriebene Ernennungsurkunde überreichte (siehe Foto).
Weisungsbefugnisse sind mit dem Titel Ehrenkommissarin übrigens nicht verbunden, falls Sie sich das jetzt vielleicht fragen. Dafür aber raunte mir der Mordkommissionsleiter noch ein sehr interessantes Angebot zu. „Melden Sie sich, falls Sie mal eine Auskunft brauchen ...“, sagte er. Das war ein wenig leichtsinnig von ihm, denn das werde ich ganz bestimmt sehr bald tun. Schließlich vertiefe ich mich gerade in Judith Kriegers 5. Fall. Mehr dazu erfahren Sie demnächst hier.
PS: Ich habe ein Beweisfoto beigefügt, damit Sie nicht glauben, dass mein neuer Titel ein Aprilscherz ist.
