„Schlafende Schwäne gleiten über das Wasser wie Träume. Sie hält inne, sieht ihnen zu.“

NACHT OHNE SCHATTEN

Notizbuch Eintrag 06. Januar 2009

Arbeit

Ideen sind etwas wunderbares, Schriftstellerin sein ist ein Traumberuf. Eigentlich. Doch der Weg von der Idee zum fertigen Buch macht leider auch jede Menge Arbeit. Gerade noch läuft alles wunderbar – dann plötzlich scheint nichts mehr zu passen, kein Wort mehr zu treffen.

Alle KollegInnen kennen das. In solchen Phasen würde man sein Manuskript am liebsten diskret vernichten, in den Urlaub fahren, und irgendwann wieder von vorn beginnen – mit dem neuen, noch besseren, diesmal wirklich perfekten Roman. Wäre da nicht dieser lästige Abgabetermin.

Über Weihnachten habe ich mir eine Schreibpause gegönnt. Zwei Wochen Nichtstun – herrlich war’s. Jetzt sitze ich wieder brav am Computer und merke: Ja, natürlich, Inspiration braucht genau diese Pausen. Ich habe neue Kräfte gesammelt, neue Ideen. Und das ist toll. Wirklich. Doch leider ist es keineswegs leicht, wieder in die literarische Welt einzutauchen und den Schreibrhythmus zu finden.

Stimmt die Handlung? Sind diese Figuren wirklich überzeugend? Fast ein bisschen fremd erscheinen sie mir. Das ist durchaus hilfreich, verschafft mir diese Fremdheit doch die zum Überarbeiten des Manuskripts so wichtige Distanz. Ich weiß jetzt sehr genau, was ich in den ersten 200 Seiten noch ändern muss. Auch das ist toll. Schade nur, dass es soviel Arbeit macht ...