„Schlafende Schwäne gleiten über das Wasser wie Träume. Sie hält inne, sieht ihnen zu.“

NACHT OHNE SCHATTEN

Notizbuch Eintrag 25. April 2009

Wer gewinnt?

Seit Ostern ist Judith Kriegers vierter Fall fertig geschrieben. Vorerst, muss ich hinzufügen. Denn bis FARBEN DER SCHULD im August in den Buchhandlungen liegt, ist noch einiges zu tun. Zunächst einmal aber ist meine Lektorin am Zuge und die Testleserinnen lesen – und ich atme durch. Endlich habe ich nun wieder Zeit, mich um all das zu kümmern, das in den letzten Monaten liegen blieb.

Außerdem rückt die CRIMINALE näher – und damit die Verleihung der Glauser-Krimipreise am 9. Mai. Wird NACHT OHNE SCHATTEN gewinnen? Das ist die Frage, die außer der Jury momentan niemand beantworten kann. Mein Roman zeichne „ein düsteres und beklemmend aktuelles Bild einer Welt, in der nicht nur die Opfer, sondern auch die Ermittler verloren zu gehen drohen“, schrieb die Jury zur Begründung der Nominierung. „Konsequent und mutig“ sei mein Roman. „Bis an die Schmerzgrenze dessen, was ein Autor seinen Lesern zumuten kann.“

Die Schmerzgrenze, ja, die habe ich auch beim Schreiben und Recherchieren oftmals erreicht. Frauenhandel, Zwangsprostitution und häusliche Gewalt gegen Frauen sind nun mal keine Kuschelthemen.
Das Urteil „konsequent und mutig“ gefällt mir noch besser. Aber die Konkurrenz schläft natürlich auch nicht. Der mit mir nominierte Heinrich Steinfest „sprengt die Grenzen des Genres“, schreibt die Jury. Bernhard Jaumann liefere eine „kühn durchdachte, bittere Mediensatire“, Wilfried Eggers Roman sei „angenehm unprätentiös“ und Rob Alefs „herrlich humorvoll“.

Wer von uns fünf Nominierten bitte wird gewinnen? Wie will man unsere Romane vergleichen? Je länger man darüber nachdenkt, desto unmöglicher erscheint es. Und wir AutorInnen haben es ohnehin nicht in der Hand. Wir haben unsere Bücher geschrieben – so gut wir es konnten. Das Urteil darüber müssen andere fällen. Und jeder von uns hat seine Leserschaft und Fans. Schließlich sind die Geschmäcker bekanntlich verschieden.

Also versuche ich, gelassen zu bleiben. Und in jedem Fall fange ich an, mich auf die CRIMINALE zu freuen, die in diesem Jahr am Bodensee stattfindet. 220 Kolleginnen und Kollegen sind angemeldet. Was neben unzähligen Lesungen sehr lange Nächte an der Hotelbar verspricht. Man sieht sich ja nicht so oft, um all den Branchenklatsch auszutauschen. Besonders schön: Mit den Jahren sind viele KollegInnen zu FreundInnen geworden. Und das ist auf jeden Fall ein Gewinn.

Mehr Informationen: www.die-criminale.com