Was so alles passiert ...

Ich muss gestehen: Ich bin keine eifrige Blog-Schreiberin. Mir fehlt oft die Zeit über das, was ich tue und was mich beschäftigt zu berichten. Vielleicht auch der Wille. Vor allem dann, wenn ich gerade an einem Buch schreibe - denn so rasend spannend ist das für Außenstehende ja nun auch nicht, wenn einfach nur täglich das Manuskript winkt und bitte mit Sätzen gefüllt werden möchte. Andererseits: Ein paar Ereignisse oder Gedanken, die ich teilen möchte, gibt es hin und wieder ja doch. Hier also sind sie. 

20. Mai 2020: Die neue Distanz ... auch im Yoga

 

Ja, doch, das sah schon mal anders aus in meinem  Yogaraum ... voller .. aber das war vor Corona. Und trotzdem: Ich freue mich SEHR, denn nun darf  es vorsichtig wieder losgehen. Mit 1,50 m-Distanz, damit alle gesund bleiben. Die Vorbereitung auf die Wiedereröffnung war ein Puzzlespiel mit Zollstock. Wie soll sich das rechnen - mit nur noch fünf Teilnehmenden pro Kurs - und wie frustrierend ist das für all die, die ich dann wieder wegschicken muss? Schnell war klar: Das Konzept mit den offenen Stunden (einfach spontan kommen) kann ich derzeit nicht halten. Dafür aber das Kursangebot um eine dritte Stunde erweitern. Meiner Vermieterin im schönen EINZIG sei dank - das ist möglich. Und so freue ich mich jetzt sehr, sehr, sehr, dass es wieder losgeht mit den GET THE FLOW-Yogakursen im EINZIG Köln. Jeden Mittwoch, mit Voranmeldung und in 3 Etappen. Mehr dazu hier.

30. April 2020: WOCHE 7 MIT CORONA

Ein Maskenball jetzt in der Stadt und den Läden. Meine stammt aus einem kleinen Stoffladen um die Ecke. Nachbarschaftshilfe, ganz praktisch. Ich stehe in Schlangen und denke an meine geliebte, im Januar verstorbene Kollegin und Freundin Sabine Deitmer, ich vermisse sie schmerzlich und stelle mir vor, dass ihre Maske Leopardenprint oder Tigerstreifen gehabt hätte - oder schwarze Spitze und wie sehr sie, die zeitlebens für Emanzipation, Menschlichkeit, Freiheit gelebt und geschrieben hat, trotzdem diese Einschränkungen der Bewegungsfreiheit gehasst hätte.

 

Gute Nachrichten in dieser Woche: Wie viele Geschäfte durften in dieser Woche auch die Buchhandlungen wieder öffnen. Im Buchladen Nippes tragen die Buchhändlerinnen Visiere aus Plexiglas, an deren Kopfbefestigungen steckt eine Blume. Sie lächeln dahinter und ich begreife im selben Moment, was verloren geht, wenn ein Lächeln nicht mehr zu sehen ist.  Aber im Buchladen lächeln sie sichtbar und haben sogar Grund dazu. Die Einschnitte sind tief, die Verluste, aber der Laden brummt jetzt wieder, wie er in diesen Zeiten eben brummen kann. Die Kunden, sagt Buchhändlerin Christiane Dreiling, kommen und kaufen - es ist, als ob sie in den Wochen zuvor nur mit Ebooks und Netflix das Lesen neu entdeckt hätten. Und den Wert eines Buchs zum Anfassen, das Blättern, sich Hineintragen lassen. Die Verheißung eines Covers. Die Sorge um die Welt bleibt trotzdem. Wer wird - auch rein wirtschaftlich - überleben? Ist die Klimakrise vergessen? Die Demokratieächter jedenfalls heben wieder die Köpfe, im Inland, im Ausland. Umsteuern jetzt - wie wichtig wäre das. In Köln soll es mehr Fahrstreifen für Radfahrer geben - vorübergehend zunächst. Die Autolobby bettelt trotzdem laut um staatliche Zuschüsse. In was für einer Welt wollen wir leben, was lernen, was ändern wir durch dieses Virus?

  

Zoom Fatigue ist der neue Fachbegriff der Stunde und ein Resultat aus zu vielen Stunden in virtuellen Meetings, Chats, Konferenzen, Online-Yogastunden. So viele Gesichter, Wohnzimmerhintergründe, Arbeitszimmer die über den heimischen Monitor geistern. Ganz nah plötzlich, aber - was ein Teil der Ermüdung ist - man schaut sich nur scheinbar direkt an, denn eigentlich muss man ja für den Blickkontakt in die eigene Monitorkamera schauen. Und dann - ich glaube es war die FAZ, in der ich das gelesen habe - bleibt es wohl auch nicht ohne Folgen, sich auf dem Minifenster die ganze Zeit selbst anzuschauen -  bildschirmblass und mit (durch den Aufnahmewinkel begünstigtem) Doppelkinn und Falten. Wie nah kommt man anderen, wenn man zugleich immer sich selbst sehen muss? Und lenkt das Sehen womöglich sogar ab vom echten Hören? Ein alter Hut aus der Kommunikationswissenschaft ist das: Das Hirn lässt sich ablenken von den Bildern, die eigentlichen Botschaften gehen darüber zuweilen Verloren. Ich rufe meine beste Freundin in Bremen an, nicht auf Facetime, einfach nur so mit dem Telefon. Vertrautheit sofort, ihre Stimme, die in mein Ohr kriecht, die ich seit über 40 Jahren kenne, an der ich jede Nuance verstehe und deuten kann, sie täuscht nicht. Auch Yoga praktiziert man am besten mit geschlossenen Augen - denn das, was es zu erfahren gilt, liegt zunächst einmal innen, nicht außen. Genau so ist es beim Schreiben. Ein Zuhören oft, ein Träumen. 

 

14. April 2020: WOCHE 5 MIT CORONA

Eigentlich ist so ein Wort dieser Tage. Eigentlich wäre ich heute zur CRIMINALE nach Hannover gefahren, dem alljährlichen Branchen-, ach was Familientreffen mit meinen geliebten Krimikolleg*innen. Und jetzt? STAY @ HOME AND TUNE IN ist das diesjährige Motto. Statt Lesungen vor Publikum gibt's virtuelle, sogar die Gala zur Verleihung der GLAUSER-Preise wird im Internet stattfinden. Nicht systemrelevant. Noch so ein Wort dieser Krise, das sich  - kaum gehört - ins Bewusstsein gekrakt hat.

"Dankeschön, dass Sie Zuhause bleiben - Sie alle haben dadurch in den letzten Wochen Leben gerettet", sagt Bundespräsident Walter Steinmeier im TV. BleibZuHause, sendet auch mein Mobilfunk-Anbieter als Dauermahnung aufsHandy. Vor ein paar Tagen musste ich trotzdem zu einem Termin aus der Stadt raus, distanzwahrend selbstverständlich. Allein im PKW auf der A3. Ebenen verschwimmen: Wo bin ich, in welcher Welt? Zurück in den 80er-Jahren, als die Autobahn manchmal so leer war, oder in einer Dystopie Margaret Atwoods?

 

Unwirklichkeit: Der Alltag VOR der Coronakrise ist unversehens zu einem Leben geworden, das mir im Erinnern so irreal vorkommt, wie die 2-Meter-Abstand-Schlangen vor den systemrelevanten (sic!) und also noch geöffneten Geschäften und die Masken in den Gesichtern, die in Jena neuerdings Pflicht sind und in Asien Alltag. Und bei uns? Freiheit, ach Freiheit. Noch nicht wissen, was sein wird, ist Unschuld, ist Sorglosigkeit. Wer um eine Gefahr weiß, kann sie kaum mehr vergessen. Oder wird die Welt - wenn denn ein Impfstoff gefunden sein wird und eine Kur - aus dem globalen Koma erwachen und wieder losdrehen, als wär nichts gewesen? Ich bange und hoffe und denke wild assoziierend an die Wälder in Skandinavien, Kanada, Russland, in denen ich einst als Reisejournalistin gelernt hatte, wie viel Macht ein vergleichsweise winziges Tier hat ...

Aber SARS-COVID-19 ist keine Mücke und so sitze ich zuhause vor meinem Bildschirm und zoome in die Geburtstagsparty einer Schulfreundin aus Australien, bin mit einem Mausklick mit Sydney, Melbourne, Oslo, Thessaloniki, Darmstadt, New York verbunden - erhasche fremde wie vertraute Gesichter und Lebenssplitter im Monitor und will mir lieber nicht ausmalen, was wäre, würde jetzt auch noch das Internet schlappmachen.

Wann aber kippt ein System, in dem Menschen einander dauerhaft fern bleiben müssen? Wie lange kann die digitale Welt die analoge ersetzen? Jan Frodeno absolviert den Ironman Zuhause. Die Nachbarkinder hüpfen auf dem eigens für die Corona-Zeit angeschafften Trampolin, um den Druck rauszulassen. Ich geh gleich wieder joggen und bin froh, dass das nicht wie in Spanien verboten ist. Und später die CRIMINALE im Internet und auf Facebook. Ab heute Abend geht's mit den ersten Lesungen los, am Samstag ab 19:30 Uhr steigt die große GLAUSER-Preis-Gala online zum Mitfiebern und Feiern. Ach, will ich nicht, brauch ich nicht, I WANT THE REAL THING. Das Reden, Lachen, Trinken, Netzwerken, Tanzen, Umarmen, dicht an dicht bis zum Morgengrauen und scheiß auf den Kater und kein Gedanke an dieses Virus, das wie ein mexikanisches Bier klingt. Und trotzdem: Mitmachen, keine Frage.

1. April 2020: WOCHE 3 MIT CORONA

Beim Joggen springe ich im weiten Zick-Zack um Spaziergänger. Im Supermarkt, auf der Straße, beim Schnack mit den Nachbarn halte ich Abstand. Wie nah wir uns sonst immer kommen, zumal in der Großstadt. Wie still es ist ohne Flugzeuge, Züge und Autos. Bedächtiger auch. Mittags in Köln: Jogger auf der Straße ... Mein Kopf und mein Herz sind ganz weit, Welten öffnen sich, wenn ich schreibe, mein Roman wächst im Rekordtempo. Ich spreche mehr und länger per Telefon - gerade auch mit denen, von denen ich weiß, dass sie allein leben. Selbstkochen, immer jetzt. Romancoaching außerdem. Geht noch, geht per Mail und Telefon prima. Dankbarkeit, dass meine Liebsten und Nächsten gesund sind. Dankbarkeit für dieses Glück, in einem Land zu leben, in dem das Gesundheitssystem funktioniert. Der Staat überhaupt. Dass es Strom gibt. Internet. Sauberes Wasser. (Aber es regnet nicht. Ja, die Klimakrise ist ungelöst ...). Noch größere Dankbarkeit für alle, die nun so gefragt sind - und für ihre Leistung so schlecht bezahlt werden. Ändert sich das? Wachen wir auf, denken dauerhaft um, schätzen Wert, auf wen und auf was es im Ernstfall ankommt? Und was ist mit denen in den Flüchtlingslagern, auf der Straße, in den Kriegen, in den Wohnungen, wo ohnehin oft Gewalt herrscht? Wir dürfen unsere Freunde nicht treffen, doch es geht uns so verdammt gut! Das Unterrichten fehlt mir. Meine Schreibseminare warten auf bessere Zeiten. Oder doch gleich zu ZOOM wechseln? Wie sehr ich das liebe - mit den Teilnehmenden in einem Raum diskutieren. Am Whiteboard visualisieren. Lachen. Kaffeepause. Gruppenarbeit. Hands-On beim Yoga - das fehlt mir auch. Geben und Erhalten. Umarmungen. Physische Nähe. (Ja, es gibt Online-Yoga. Sehr gutes sogar. Ja, ich praktiziere für mich allein, auch vor der Corona-Krise habe ich das schon getan. Aber auf Dauer? Nein, lieber nicht. Allein auf einer Matte entsteht doch nicht die Energie, wie in einem Raum, in dem alle im Gleichtakt atmen ...). Verbundenheit, ja. Die bleibt, wächst sogar ohne physische Nähe. Mein Herbst ist voll, voller Seminare. Gute Aussichten. Aber wie ist die Welt dann? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe. Mein Staat gefällt mir in dieser Krise. Besonnenheit regiert, Kompromisse, Fachkompetenz. Da geht was, da funktioniert viel, das Klein-Klein, die Eitelkeiten dürfen ruhen. Als Freiberuflerin, Künstlerin bekomme ich Hilfe. Wow, Donnerwetter. So viele Existenzen stehen jetzt auf der Kippe. Was bleibt von der Welt, dem gewohnten Leben nach dieser Pandemie übrig? Wird es noch Buchläden geben? Den Lieblingsgriechen an der Ecke? Das Warenhaus? Lesen die Menschen noch - oder gucken alle nur noch Netflix? Demut lernen: Schlangestehen um Toilettenpapier ist DDR-Feeling für Wessis. Wie verwöhnt wir doch alle waren. Wie selbstverständlich uns so vieles schien. Und jetzt geht es auf einmal anders.

15. März 2020

 

Nein, das sind keine sehr unbeschwerten Zeiten. Im rasanten Tempo verändert sich das Leben in Deutschland, Europa, der Welt, geht es ums Existentielle ... In Köln dürfen seit heute (15. März) vorerst keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Alle meine im Frühjahr geplanten Seminare, Lesungen, Workshops verschiebe ich entsprechend. Alle Termine und Infos dazu veröffentliche ich zeitnah hier. Bleiben Sie, bleibt bitte alle GESUND! 

Januar 2020

Neue und bekannte Menschen haben mich  in meinen ersten Mittwochabend-Yoga-Kursen  2020 beehrt. Thema im Januar: Loslassen, um Kraft für Neues zu gewinnen. Zwei auf sehr verschiedene Weise  intensive 1,5-Stunden waren das am Auftakt-Abend, die mir einmal mehr zeigten: Nicht nur Yoga zu praktizieren, auch Yoga zu unterrichten macht glücklich.  Sehr dankbar blicke ich also aufs alte Jahr zurück und mit großer Vorfreude auf alle GET THE FLOW-Yogaabende in 2020

06. Dezember 2019
Meine Lieblingsbuchhändlerin? Keine Frage, das ist  Dorothee Junck vom Buchladen Neusser Straße in Köln  - ihr Geschäft liegt zum Glück in meinem Stadtviertel. So hab ich es nicht weit, wenn ich neuen Lesestoff abseits des Mainstreams brauche. Oder die perfekte Location für meine nächste Premierenlesung mit anschließender Party benötige. Oder die Lesungen vieler großartiger Kolleg*innen besuchen. Mit Dorothee Junck kann ich außerdem herrlich  fachsimpeln - weil sie nicht nur Marketingprofi sondern auch im Buchmarkt perfekt vernetzt ist. Oder wir reden ein bisschen über das Leben und die Höhen und Tiefen digitaler Welten. Dank ihr ist mein Lieblingsbuchladen zugleich Geschäft, Kommunikationszentrum und intellektuelle Wellness-Oase. Kaffee gibt es natürlich auch. Und immer ein Eckchen zum ungestörten Blättern in potentiell neuen Lieblingsbüchern.

Warum ich das hier alles schreibe? Weil es wahr ist. Und weil mein Lieglings-Autor*innen-Netzwerk DAS SYNDIKAT mich darum gebeten hat. Und wenn Sie jetzt im Adventskalender des SYNDIKATS blättern und GEFÄLLT MIR klicken, können Sie mit etwas Glück ein signiertes Buch gewinnen.  Wo? Hier entlang bitte: 

25. November 2019
Intensiv war er, dieser letzteTeil meines Textmanufaktur-Jahresseminars SPANNUNGSLITERATUR. Intensiv, bunt und beglückend. Ein Text beginnt zu leuchten, sobald in ihm die zur Autorenpersönlichkeit passende Form gefunden ist und zum Ausdruck gebracht wird. Diesen Prozess anzustoßen und zu begleiten, ist, was ich am Unterrichten am meisten liebe. Es ist ein gemeinsamer Weg und allen, die ihn mir gehen, bin ich sehr dankbar! 

23. November 2019
Auch wer keinen Thriller schreibt, weiß: Der lange Weg zum schöne Wort ENDE unter dem Manuskript kann selbst zum Thriller werden. Und wie überhaupt konzipiert und formuliert man ein Romanende so, dass die Leser*innen nicht enttäuscht sind? Darum geht es an diesem Wochenende im 3. und letzten Teil meines TEXTMANUFAKTUR-Seminars. Vor mir liegen die Früchte eines Jahres: 10 spannende Romanenden der 10 Teilnehmenden. BRAVO!   

5. November 2019
"Ich muss noch ein bisschen schwärmen, weil es einfach so schön war auf meiner Lesetour mit musikalischer Begleitung in Franken und der Oberpfalz. DAS LIED DER STARE NACH DEM FROST ist schließlich mit Abstand mein persönlichstes Buch, mein Herzensroman. So oft habe ich daraus schon gelesen. So viele berührende Begegnungen haben sich am Rande von Lesungen schon ergeben. Doch in einer Kirche  daraus lesen zu dürfen - direkt unter der Kanzel - und dazu musikalisch begleitet zu werden - das war Gänsehaut pur! Von Schuberts Winterreise bis I did it My Way reichte das Repertoire, das Steffen Schmidt, Tatjana und Alina Kwint und Sigrid Baumann darboten. Und mit der 8-Minuten langen Carl-Löwe-Ballade vom Nöck, dem Wassermann, der im Schilf wohnt und alle mit seinem Gesang verzaubert, haben sich Steffen Schmidt und die beiden Pianistinnen selbst übertroffen. Als junge Frau hatte meine Großmutter Löwe-Balladen geliebt und oftmals im Leipziger Gewandhaus gehört. Ganz besonders gern den NÖCK - der sich beim Schreiben für mich als Schlüssel in die Erlebniswelt meiner Protagonistin Elise erwies - und der  Erlebniswelt einer wohl behüteten Tochter der 20er und 30er Jahre. Durch Steffen Schmidts Darbietung wurde diese Zeit nun für alle greifbar. DANKE, Ihr Lieben Musiker*innen, Veranstalter*innen und DANKE an alle Gäste! Einfach aus ganzem Herzen: DANKE DANKE DANKE! 

15. Oktober 2019
"Liebe Frau Klönne, wir würden gern einige Passagen Ihres Romans DAS LIED DER STARE NACH DEM FROST" zusammen mit Musikern in unserer Kirchengemeinde aufführen." So fing das vor zwei Jahren an. Mit einer Anfrage der gelernten Buchhändlerin und heutigen Pfarrerin Nicola Neitzel aus Altdorf bei Nürnberg, die mich augenblicklich begeisterte. Etliche Mails gingen danach hin und her, Veranstalter aus Kirche und Buchhandel kamen dank Nicola Neitzels Netzwerkkünsten hinzu. Und jetzt ist es soweit: Am 25. Oktober in Hersbruck beginnt meine bayerische Mini-Lesereise, auf der mich  der Bariton Steffen Schmidt und die Musikerinnen Tatjana und Alina Kwint und die Pianistin Sigrid Baumann begleiten. Von Schuberts Winterreise bis Tschaikowsky, vom Erlkönig über klassische Barmusik bis zum Elias. Buch und Musik verschmelzen dabei sozusagen zu einem Gesamtkunstwerk, die Suche der Roman-Hauptfigur Rixa Hinrichs nach einem dunklen Familiengeheimnis und ihrer ureigenen Stimme wird noch einmal anders hör- und fühlbar, als nur durch meine Worte. Das war und ist ein lang gehegter Traum von mir, der sich somit erfüllt. Mein großer Dank gebührt schon jetzt allen, die dies mit Nicola Neitzel zusammen ermöglichen. Ich freue mich riesig auf vier Abende in Hersbruck, Altdorf, Neumarkt und Pressrath. Und auch auf Sie? Alle Details zu den Veranstaltungen finden Sie bei den Terminen

20. September 2019
Heute auf den Tag genau vor sieben Jahren durfte ich auf der Verlagskonferenz des Piper-Verlags in München den Verlagsvertretern meinen Roman DAS LIED DER STARE NACH DEM FROST präsentieren. Der war damals eben erst fertig lektoriert und überarbeitet worden und sollte nach der Konferenz mit den Vertretern als Vorab-Leseexemplar seine Reise zu den Buchhändlern antreten. Würde das gut gehen? Ein Genrewechsel vom Krimi zu diesem sehr persönlichen Buch? Genau wusste das damals keiner. Heute aber, exakt sieben Jahre später, blinzle ich in die Septembersonne und erinnere mich an diesen ganz besonderen Tag und sage DANKE DANKE DANKE: Dem Verlag, allen Buchhändler*innen und allen Leser*innen, die diesen Roman gelesen, geliebt und weiterempfohlen haben, die das immer noch tun oder ihn sogar jetzt erst neu entdecken und mich an ihrem Leseerlebnis und ihrer Begeisterung in teils sehr berührenden Mails teilhaben lassen. Und zu meiner Freude wird es im Oktober sogar noch einmal eine kleine Lesetour mit den STAREN geben. Mit Musikbegleitung sogar! Mehr dazu bald hier und schon jetzt bei den Terminen

23. August 2019
Himmelhellblaue Kunstpelzpuschen sind für sich genommen kein Grund, um den Schreibtisch zu tanzen. Und doch ist mir gerade danach. Vielleicht mach ich das gleich. Nicht weil ich solche Puschen besitze, mir wünsche oder sie je gesehen hätte, sondern weil sie wie aus dem Nichts in meinem Roman gelandet sind: Hausschuhe an den Füßen meiner Figur Johanne, die sich wie zwei muntere Tierchen im flinken Auf und Ab vor den Augen ihrer Tochter über den Teppich bewegen. Und im nächsten Moment wusste ich, dass Johanne ihnen sogar Garnaugen und -schnauzen aufgestickt hat, um die kleine Franziska zu beglücken. Und dass darin bereits die ganze Tragik mitschwingt, mit der die beiden es später zu tun bekommen. Woher ist dieses Bild auf einmal gekommen? Ich weiß es nicht. Ich hätte das so niemals planen können. Jeder Roman hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Tempo zu reifen. Man brütet, konzipiert, recherchiert, probiert und verwirft wieder, man tastet sich vorwärts und beginnt zu schreiben. Freut sich an den ersten Sätzen, den nächsten - und stockt wieder, zweifelt. Und dann, eines Tages gibt es diesen Moment, wenn der erfundene und gesetzte Raum sich auf einmal ins Unbekannte öffnet und man mit einer Mischung aus Staunen und Dankbarkeit dasitzt und mitschreibe und bei jedem Satz spürt: Ja, genau so ist es richtig. 

Sollte ich je ein Sachbuch über das Romanschreiben verfassen, werde ich diesen Augenblick der Verwandlung als Himmelhellblauen Pelzpuschenmoment bezeichnen, 

16. Juli 2019
Ein paar Seiten Papier mit ersten Notizen zum Handlungsentwurf oder vorsichtig formulierten Szenen. Ein Tisch und zwei Stühle, Wasser, Kaffee oder Tee und ein Whiteboard. Und natürlich zwei Menschen. Mehr braucht es nicht und ich bin immer aufs Neue davon fasziniert, wie sich aus diesen wenigen Grundzutaten im Coachinggespräch ein komplexer Romankosmos entfaltet. Fallstricke, lose Enden und widerspenstige Figuren inklusive. Und dann? Dann beginnt die Arbeit: das Entwirren, Strukturieren und schließlich Schreiben und Redigieren. Meine Rolle als Coach dabei ist nie exakt die gleiche. Kann das zwangsläufig nicht sein, denn die Geschichten, die ich begleite, sind so einzigartig wie ihre Autorinnen und Autoren. Ein Abenteuer also - jedes Mal wieder. Für das ich sehr dankbar bin, weil ich es liebe. Mehr zum Romancoaching 1 : 1

 

11. Juni 2019.
Es gibt Anfragen, da muss ich nicht nachdenken, um direkt zuzusagen. Diese hier von der CRIME COLOGNE ist so eine gewesen: "Du bist doch jetzt auch Yogalehrerin", hat der Programmleiter gesagt. "Ich hätte da eine Moderation für dich, die könnte dir Spaß machen ..." In der Tat: ACHTSAM MORDEN heißt der Debütkrimi von Comedyautor und Anwalt Karsten Dusse. ACHTSAM MORDEN? Mit OM und so oder einem Sonnengruß?! Da geht augenblicklich mein Kopfkino los. Am 23. September werde ich meinen Kollegen Karsten Dusse dazu befragen und weiß schon jetzt, das wird ein sehr spaßiger Abend. Eintritt im VVK 17 Euro, Ort: Köln, 23. September, 19:30 Uhr Mehr dazu und Tickets

 

6. Juni 2019.
Geschafft.  Ich bin online. Oder besser gesagt: meine neue Website. Weil sich alles verändert, auch die Gepflogenheiten im  Worldwideweb und damit die Anforderungen an einen Internetauftritt. Weil sich auch in meinem Leben einiges geändert hat. Großer Dank an meine neue Webmasterin Susan Appleton von do-loop in Köln, die mit mir die Datenflut gebändigt und designt hat. Und jetzt? Jetzt sind Sie, seid Ihr dran: Ich freu mich sehr über Feedback! 

 

Kontakt

Ich freue mich über Anfragen und Ihre Meinungen zu meinen Büchern und Seminaren.

Gisa Klönne: mail@gisa-kloenne.de